Geilnau, 25.03.2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Nachdem am Sonntag eine weitere Verschärfung des allgemeinen Lebens eingetreten ist und jeder grundsätzlich sich nur noch mit einer „fremden“ – also nicht zum eigenen Haushalt gehörenden Person auf öffentlichen Plätzen aufhalten darf und weitere Geschäftsschließungen festgelegt wurden, wird das öffentliche Leben auf ein Minimum zurückgefahren. Dies dient allen zum eigenen Schutz vor Ansteckung und Verbreitung des Corona-Virus. In der Hoffnung, dass wir alle in Geilnau gesund bleiben, gibt es aber auch Informationen, die ich euch leider nicht in einer Einwohnerversammlung vermitteln kann, da dies derzeit untersagt ist. Daher möchte ich euch auf diesem Wege das neueste mitteilen, was sich in Geilnau tut.

1. Lahntal Rad- und Wanderweg

Der Planfeststellungsbeschluss zum Bau des Radweges mit zwei Stegen zur Überquerung der Lahn ist mittlerweile rechtskräftig und das Unternehmen Manns Ingenieure ist vom Kreis beauftragt, die notwendigen Gespräche mit Grundstückseigentümern zum Ankauf bzw. Anpachtung von Grundstücken durchzuführen. Dies kann in der jetzigen Situation natürlich länger dauern, da persönliche Gespräche kaum stattfinden können sondern nur per Telefon. Im weiteren Verfahren ist auch angedacht, eine allgemeine Informationsveranstaltung für die gesamte Bevölkerung durchzuführen. Bei den derzeitigen Einschränkungen wird dies aber voraussichtlich erst im Sommer stattfinden können. Wenn sich neue Informationen ergeben, werde ich darüber berichten.

2. Situation in unserem Kindergarten in Langenscheid

Glücklicherweise sind derzeit in Geilnau, aber auch Langenscheid und Hirschberg steigende Einwohnerzahlen durch Geburten und durch Zuzug von neuen Einwohnern – oft mit kleinen Kindern – zu verzeichnen. Dies führt aber im Augenblick dazu, dass der Kindergarten in Langenscheid voll ist und Neuanmeldungen nicht mehr angenommen werden. In Holzappel sieht es vergleichbar aus, lediglich Dörnberg und Eppenrod sind noch nicht überfüllt. Die Bürgermeister der Esteraugemeinden haben sich in der letzten Woche nochmals getroffen um zu beratschlagen, wie es weiter gehen könnte. Bevor in Langenscheid und/oder in Holzappel gebaut wird, müssen erst einmal Ermittlungen durchgeführt werden, was das kürzlich neu erlassene Kindertagesstättengesetz für Anforderungen für die einzelnen Kindergärten bringt. Eine kurzfristige Entlastung kann es nur geben, wenn vorübergehend die Standards etwas zurückgefahren werden, denn nichts ist schlimmer, als wenn unsere kleinsten Mitbürger schon früh lange Fahrzeiten für einen Kindergartenbesuch in Kauf nehmen müssen. Ebenso wird eine (Übergangs-) Lösung für etwaige Kindergartenkinderspitzen im Bereich der Esterauschule in Holzappel planerisch überlegt.

3. Mobilfunkerreichbarkeit in Geilnau

Die Mobilfunkversorgung in Geilnau ist mit Sicherheit nicht als gut zu bezeichnen. Nach einer Studie, die im Auftrag der Kreisverwaltung erstellt wurde, gehört Geilnau zu den Gemeinden im Kreis, deren Mobilfunkerreichbarkeit als sehr schlecht anzusehen ist. Dies ist gerade im Hinblick auf evtl. Unfälle, z. Bsp. auch auf dem Radweg, nicht gut. Jetzt ist die Deutsche Telekom auf die Gemeinde zugekommen mit dem Angebot einen Mobilfunkantenne in Geilnau aufzustellen. Dadurch würde zumindest eine 4G Erreichbarkeit gewährleistet und in der Folge auch die 5G möglich sein. Nach allen Untersuchungen wurde als Standort für die Funkantenne das Dach des Dorfgemeinschaftshauses ausgewählt, weil von dort alle Teile des Ortes am besten zu erreichen wären. Ein Problem war noch die Glasfaseranbindung der Funkantenne, weil ja in Geilnau kein Glasfaser verlegt ist. Nach einer jetzt erfolgten Mitteilung der Telekom soll die Glasfaseranbindung nun aber gelöst sein. Zumindest bis zum Hauptverteiler in der Ortsmitte und zur Funkantenne würde Glasfaser verlegt, was auch den häuslichen Bereich des Internets und der Telefonie verbessern könnte. Auf jeden Fall würde dies für den gesamten Ort eine Bereicherung bringen, denn neben dem Internet ist die Mobilfunk-erreichbarkeit ein wichtiger Faktor im Gemeindeleben. Wenn es die allgemeine Situation wieder zulässt, werden wir, nach weiteren Gesprächen, informieren.

4. Geilnauer Orts-Hilfe-Netz

Ich möchte auch noch auf die Nachbarschaftshilfe, die durch unsere Pfarrerin, Frau Janott, bereits in Langenscheid erfolgreich ins Leben gerufen wurde, hinweisen. In Geilnau hat sich Yvonne Schulski zum Aufbau des Netzwerks eingesetzt. Vielen Dank auch dafür. In diesen Zeiten ist es wichtig, dass wir uns zum einen an die Vorgaben, die uns die Regierung auferlegt, halten – zum Schutz für uns selbst und auch für die anderen. Aber zum anderen auch darauf, dass wir, wenn Hilfe benötigt wird, für einander einstehen. Also, sollte jemand Hilfe benötigen, auf dem Flyer zum Geilnauer Orts-Hilfe-Netz findet ihr Telefonnummern.

Abschließend möchte ich auch einmal Danke sagen. Danke an die Menschen, die in dieser Krise für uns arbeiten, sei es, dass wir morgens weiterhin unsere Zeitung erhalten, dass wir wöchentlich unser Amtsblatt vorfinden oder sonst im Rahmen ihrer Arbeit beim Arzt, im Krankenhaus, beim Pflegedienst oder bei der Bank nach wie vor für uns da sind. Vor allem aber Danke an die Verkäuferinnen und Verkäufer in den Geschäften, die es uns ermöglichen, noch einkaufen zu gehen und dabei leider nicht immer freundliche Worte zu hören bekommen und auch ständig der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt sind.

Wollen wir hoffen, dass die getroffenen Maßnahmen in Kürze Erfolg zeigen und die Infektionszahlen zurückgehen. Dann kann auch wieder Normalität in den Alltag einkehren.

Ab sofort findet ihr diese und weitere Informationen auf unserer Homepage: www.geilnau.de

Bleibt alle gesund.

Euer Ortsbürgermeister

Diese Mitteilung als PDF-Dokument


zurück